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Preiswissen bei Lebensmitteln: schlechter als angenommen

Von | 5. Jan. 2012 | 0 Kommentare

Wie gut wissen Konsumenten über Lebensmittelpreise Bescheid? Eine neue Dissertation kommt zum Ergebnis: Schlechter als der Lebensmittelhandel gemeinhin denkt.

Grosse Auswahl, geringes Preiswissen bei Konsumenten.

Christian Idinger, Dissertant an der WU Wien, hat seine Dissertation an der WU Wien dem Thema Preiswissen bei Konsumenten gewidmet (Die Arbeit wurde kürzlich in der österreichischen Tageszeitung Die Presse vorgestellt.). Der Lebensmittelhandel, so Idinger, gehe üblicherweise davon aus, dass Konsumenten vier Wochen nach einer Änderung einen neuen Preis verinnerlicht haben.

Für seine Dissertation hat er diese Annahme via Online-Fragebögen überprüft, die von knapp 1600 Menschen beantwortet wurden. Die Teilnehmer wurden im Abstand von vier Wochen zu den Preisen von gängigen Supermarktprodukten befragt.

Preiswissen weniger ausgeprägt als angenommen

Das Ergebnis war überraschend, denn das Wissen hängt nicht vom Produkt ab, sondern von der Personengruppe. Manche merken sich die Preise sehr gut, manche achten gar nicht auf Preise – ein Phänomen, dem wir uns hier auf unserem Blog schon einmal mit dem Versuch einer Taxonomie der typischen Käuferschichten von Diskontprodukten gewidmet haben.

„Generell ist das Preiswissen sehr schlecht. Die Abweichung lag bei bis zu 23 Prozent“, so Idinger in der Presse. „Meine Studie zeigte dies erstmals im freien Feld. Bisherige Studien wurden an Unis durchgeführt, da waren die Probanden vor allem Marketingstudenten.“

Sein Fazit:

  • Konsumenten brauchen nicht vier, sondern acht Wochen, um einen geänderten Preis zu verinnerlichen. Dann registriere der Kunde den Aktionspreis und reagiere erst wieder, wenn sich neuerdings etwas ändere.
  • Von Aktionszeiträumen und Preisnachlässen über acht Wochen sei daher abzuraten, weil sonst der Aktionspreis nicht mehr als attraktiv empfunden wird.

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Kategorie: BEA™ Pricing, News

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